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Emo - Portraet einer Szene
Buesser, Martin / Engelmann, Jonas / Ruediger, Ingo (Hrsg.)
preis sfr. 29.90 (inkl. 2.4 MwSt)
broschiert, ca. 240 Seiten, mit Abbildungen, Format 15,5 x 23 cm
isbn-13 9783931555610
verlag ventil


Wohl kaum eine Jugendkultur erlebt derzeit einen solch starken Zulauf wie die Emo-Szene - und dies weltweit. Gleichzeitig ist die Kultur massiven Anfeindungen ausgesetzt - von tätlichen Übergriffen wie in Lateinamerika bis hin zu Diskussionen über ein Verbot der Emo-Mode im russischen Parlament. Die ansonsten um Erklärungsmuster nicht verlegenen bürgerlichen Medien stehen Emo seltsam sprachlos gegenüber. Dies mag daran liegen, dass sich das Phänomen Emo schwer einordnen lässt: Handelt es sich um eine Subkultur oder ein Modephänomen? Zu unterscheiden ist zwischen zwei Entwicklungen: Einerseits bezeichnet der Begriff »Emo« seit den 1980er-Jahren eine Entwicklung im amerikanischen Hardcore, die auf das zunehmende Machogehabe innerhalb der Szene mit einer Betonung von Emotionalität reagiert - sowohl auf textlicher wie auch auf musikalischer Ebene. Aus dieser Bewegung hat sich eine Musikszene entwickelt, die sich bewusst mit dem Label »Emo« schmückt und damit einige beachtliche Erfolge verbuchen kann. Etwa seit dem Jahrtausendwechsel entstand parallel dazu eine Szene, die optisch dem entspricht, was heute mit Emo assoziiert wird. Diese versteht sich, anders als die Musikszene, nicht als explizit politisch, hat aber mit ähnlichen Vorurteilen zu kämpfen: Den Emo-Musikern wurde eine Verwässerung und Verweichlichung von Hardcore vorgehalten, die jüngeren Emos werden wegen ihres androgynen Auftretens angefeindet. Der Reader nähert sich als erste deutschsprachige Publikation diesem Phänomen, die Hintergründe seiner Entstehung werden beleuchtet, Entwicklungslinien nachgezeichnet und Fragen gestellt: Hat Emo das Potenzial, dauerhafte Veränderungen der Geschlechterrollen herbeizuführen? Welche Codes sind für Emo heute konstituierend? Auf welchen (sub-)kulturellen Hintergrund wird Bezug genommen? In welchem Verhältnis steht diese Jugendkultur zu historischen, vergleichbaren Bestrebungen der Auflösung klarer Geschlechterrollen (Bowie, Roxy Music, New Wave)? Mit Beiträgen von Klaus Walter, Jessica Hopper, Sonja Eismann, Karen Tongson, Doris Akrap u. a.m.
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